Am Montag, 27. Oktober September 2025 trafen sich 16 motivierte Tierärztinnen und Tierärzte an der landwirtschaftlichen Schule in Hünenberg ZG für eine zweitägige Weiterbildung zum Thema Klauenpflege. Für diesen speziellen Klauenkurs wurde der Ur-Schweizer und weltweit renommierte Profiklauenpfleger Karl Bürgi eingeflogen, um den TeilnehmerInnen die Grundlagen seiner Klauenpflege zu vermitteln.
Innert kurzer Zeit war der ausgeschriebene Klauenkurs ausgebucht, was von einem regen Interesse an fundierter Klauenpflege in der Tierärzteschaft zeugt. Mit Karl Bürgi konnte ein absoluter Profi für den Kurs gewonnen werden. Karl Bürgi hat in vielen wissenschaftlichen Arbeiten an der Universität Wisconsin mitgearbeitet und während über 20 Jahren die Tierärzte in Wisconsin in Klauenpflege ausgebildet. Aktuell bildet er weltweit Klauenpfleger aus und lehrt dabei sein eigenes Klauenpflegesystem, welches er sich über die Jahrzehnte angeeignet hat – immer abgestützt auf zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen.
Am Vormittag des ersten Kurstages wurden die Grundlagen der Rinderklauen-Anatomie besprochen und anhand dieser die Klauenpflege nach System Bürgi erklärt. Nur wer die Anatomie und Biomechanik der Rinderklauen richtig versteht, kann die Klaue nach ihrem Bedürfnis korrigieren. Beim Klauenpflegen nach Bürgi ist das Ziel, die Klaue aufzustellen und so die Ballen zu entlasten. Dabei wird die Klaue nur in den vordersten 7.5cm der Fussungsfläche beschnitten und der Ballenbereich sowie der hintere Teil des Tragrandes gänzlich geschont. Als zweiter wichtiger Punkt wird eine grossflächige Hohlkehlung an den Aussenklauen der Beckengliedmassen und an den Innenklauen der Schultergliedmassen angebracht. Neben der Klauenpflege wurde auch über Böden, Boxen sowie Dermatits digitalis (Mortellaro) gesprochen.
Am Nachmittag konnte die gelernte Theorie an Totklauen umgesetzt und geübt werden. Die TeilnehmerInnen wurden in der Umsetzung eng von Karl Bürgi und Vando Jühlich angeleitet.
Am zweiten Kurstag konnten die TeilnehmerInnen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb die neu gelernten Fertigkeiten am lebenden Tier anwenden. In vier Klauenständen wurde unter den wachsamen Augen der drei Klauenpflegeexperten geübt, geübt und geübt, damit am Abend die TeilnehmerInnen erschöpft, aber mit vielen neuen Erkenntnissen und Fertigkeiten wieder den Heimweg antreten konnten.
Dank an Sponsor, Instruktoren und Teilnehmende
Ein herzlicher Dank geht an den Materialsponsor Bürgi.ch, welcher die Durchführung des Kurses unterstützt hat. Ebenso danken wir Karl Bürgi und den anderen beiden Klauenpflegern für ihren Einsatz, dem Landwirten für das Vertrauen und den Teilnehmenden für das grosse Interesse und die gute Stimmung am Kurs.


Autor: Ivo Zimmermann, RGS