Rückblick auf unser Webinar im Februar:  Durchfalltherapie beim Kalb

Die Ursachen für Kälberdurchfall sind Kombinationen von Fütterungsfehler und einer massiven Vermehrung von infektiösen Erregern. Kälber werden schwach, trinken nicht mehr und können Festliegen. Beim Auftreten von Durchfall ist es also wichtig, möglichst früh einzugreifen. So erläutert Martin Kaske von Rindergesundheit Schweiz in seinem Vortrag, dass es einen therapeutischen Stufenplan braucht. Hat das Kalb Durchfall, ist aber noch fit und trinkt, müssen mittels Diättränke Verluste ausgeglichen und ein Vorschreiten der Krankheit verhindert werden. Eine Diättränke enthält neben Flüssigkeit zum Ausgleichen der Verluste Elektrolyte (Natrium und Kalium), Puffersubstanzen und Glucose. Komplexe Diättränken enthalten zusätzlich Substanzen, die die Regeneration der Darmschleimhaut fördern und die Dauer des Durchfalls verkürzen können. Wichtig ist es, die Diättränke nach Herstellerangaben zu dosieren, da es sonst zu einer Kochsalzvergiftung kommen kann. Dem Kalb sollte die Milch nie vollständig entzogen oder gedrencht werden. Am Ende ist die wichtigste Therapie des Kälberdurchfalls die Vorbeugung. Spurenelement- und Kolostrumversorgung, hygienische Haltebedingungen und Milch zur freien Aufnahme haben einen zentralen Einfluss auf das Auftreten von Durchfall.

Was aber, wenn trotz allen Bemühungen die Durchfallerkrankung fortschreitet? Befindet sich Fibrin (gelbliche Flocken) oder Blut im Kot, braucht es eine intensivere Therapie durch die/den Tierärztin/Tierarzt. Denn «wenn sich Blut im Kot befindet, befindet sich auch Kot im Blut» und bei einer defekten Darmschranke kann es zu einer Blutvergiftung kommen. Nur in diesem Fall ist die Antibiotikagabe beim Durchfallkalb notwendig. Der verminderte Saugreflex  und im Endstadium Festliegen ist die Folge einer Übersäuerung des Blutes. Mittels Infusionstherapie kann der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust sowie   die Übersäuerung ausgeglichen werden. Im zweiten Teil des Webinars ging Christina Widmer (Tierärztin RGS und Vetsuisse-Fakultät Zürich) auf die Infusionstherapie ein.

Hier gibt es Unterschiede in der Verabreichungszeit (Dauertropf vs. Sturzinfusion) und bei der Wahl der Infusionslösung. Bei einer Sturzinfusion kann nie das vollständige Defizit ausgeglichen werden, sondern sie unterstützt das Kalb selbst wieder zu trinken. Reicht dies nicht aus, ist das Kalb nur mit einer Dauertropfinfusion zu retten. Hierbei kann das vollständige Defizit über 24 Stunden ausgeglichen werden. Infusionslösungen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und je nach Fall muss abgewogen werden, welche Infusionslösung für das Kalb die Richtige ist.

 

Autorin Jessica Bauer RGS

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