Genetik in der Rinderzucht – Bedeutung für Gesundheit und Fruchtbarkeit?

Das vergangene Januar-Webinar von Rindergesundheit Schweiz drehte sich um Genetik. Neben Merkmalen wie Milchleistung, Fellfarbe und Grösse oder genetischen Besonderheiten, wie Hornlosigkeit, werden auch bestimmte Störungen oder Krankheiten durch Genvarianten bestimmt. Franz Seefried (Qualitas), Cord Drögemüller (Universität Bern), Sarah Widmer (Qualitas) und Simon Schlebusch (Braunvieh Schweiz) gaben einen höchst interessanten Überblick und erläuterten diese komplexe Thematik auf verständliche Weise.

Im ersten Referat erklärte Franz Seefried wie mit Hilfsmerkmalen einen Zuchtindex zusammengestellt wird und weshalb man aufgrund von fehlenden reinerbigen Tieren im Datensatz auf einen lethalen Geneffekt schliessen kann. Eine perfekte Überleitung zu Cord Drögemüllers Vortrag zu den bekannten und neu entdeckten lethalen Haplotypen, welche zu einem frühembryonalen Fruchttod führen und somit zu einer gestörten Fruchtbarkeit des betroffenen Tieres.

Welche Voraussetzungen für eine Zuchtwertschätzung vorhanden sein müssen, wie die Daten verarbeitet werden und wie danach die Merkmale innerhalb eines Index gewichtet werden, erklärte Sarah Widmer anhand des neuen Klauengesundheitszuchtwertes. In Simon Schlebuschs Vortrag ging es unter anderem darum, wie Landwirte anhand des Paarungsplanes für jedes Tier einen geeigneten Stier selektieren können.

Um letale Gendefekte und damit eine Resorption beziehungsweise einen Frühabort zu vermeiden, sollen alle freie Besamungstechniker oder TierärztInnen in der InsemCow-App prüfen, ob die geplante Paarung ein genetisches Risiko darstellt. Mehrere Referenten betonten im Webinar, dass die Zucht der einzige nachhaltige Weg ist, Merkmale langfristig zu verbessern – und damit sowohl das Tierwohl als auch die Wirtschaftlichkeit zu steigern.

Die Aufzeichnung des Webinars steht in unserer Mediathek zur Verfügung und wird zur Nachschau empfohlen. Mit einer gültigen Dienstleistungsvereinbarung mit RGS sind zudem alle Webinare der letzten vier Jahre abrufbar.

 

Autor: Ivo Zimmermann RGS

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