Unterstützende Massnahmen
Was kann ich tun, wenn meine Kühe betroffen sind:
Tiere möglichst kühl aufstallen, die Hitze scheint mindestens einen Teil zum Krankheitsgeschehen beizutragen
- Wie? Sehr wichtig ist eine ausreichende Belüftung der Gebäude, zum Beispiel mit Grossraumlüftern
- In Kombination mit Lüftern kann auch eine Kuhdusche eingesetzt werden, durch die Verdunstung werden die Tiere sehr effektiv gekühlt und die Lüfter können die entstehende Wasser-Verdunstung abtransportieren. Wenn noch keine Lüfter vorhanden sind, Besprühung nur im Aussenbereich, damit die Luftfeuchtigkeit im Stall nicht zu hoch wird
- Die Tiere könne auch manuell, zum Beispiel im Wartebereich (ausser Roboter, da sonst der Zugang versperrt wird) mit dem Schlauch geduscht werden. Wichtig ist, dass der Liegebereich nicht nass wird
- Bei Vollweide allenfalls Kühe in den Stall holen und eingrasen
Frisches, möglichst kühles Wasser aus einer Tränke mit offener Wasseroberfläche (Trogtränke) anbieten
- Kühe trinken mehr aus einer Tränke mit offener Wasseroberfläche
- Hohe Tränkemengen verhindern ein Austrocknen bei Durchfall und trägt auch zur Abkühlung beibei – allenfalls zusätzliche Tränkestellen einrichten
Mineralstoffversorgung sicherstellen
- Spurenelement wie Selen und Zink sind sehr wichtig für die Immunabwehr
- Durch Schwitzen und Durchfall ist der Bedarf erhöht
- Im Zweifelsfall kann die maximale, auf der Packung angegebene Dosierung gefüttert werden, aber nicht darüber hinaus. Ein Zuviel an Mineralstoff kann auch zu Durchfall führen
- Viehsalz zur freien Verfügung anbieten
Fütterung anpassen
- Mehrmals täglich Futter vorlegen
- Fütterungszeiten in den kühleren Tagesphasen und konsequentes Nachschieben
- Bei Futtermischungen nach Möglichkeit 2 x täglich anmischen und vorlegen
- Risiko der Nacherwärmung von Silagen durch Zugabe von Stabilisatoren (z.B. K-Sorbat) reduzieren
- Möglichst appetitliches, faserreiches Futter anbieten
- Kranke Tiere fressen weniger und selektieren mehr (bei Futtermischungen auf Homogenität achten
- Der Einsatz von Puffern kann in manchen Betrieben Sinn machen, um einer Übersäuerung vorzubeugen
Meine Tierarztpraxis informieren
- Auch wenn die Tiere nicht so krank sind, dass eine tierärztliche Behandlung nötig ist, ist es wichtig, dass diese Fachleute auf dem Laufenden sind
Eine weitere Übertragung verhindern
- Da im Moment nicht klar ist, ob und welcher Keim an diesem Geschehen beteiligt ist, ist es wichtig, vorsichtig zu sein und eine allenfalls ansteckende Krankheit möglichst nicht zu verschleppen
- Besucher sollten den Stall nur wenn nötig betreten und anschließend Stiefel und Hände gründlich waschen sowie neue Überziehkleidung anziehen
Im Hinblick auf die kommenden Tage, wo die Temperaturen wieder deutlich über die 30° Marke steigen sollen, ist die Verminderung von Hitzestress wirklich ein zentraler Punkt.