Parasitologie-Workshop für Tierärztinnen und Tierärzte

Am 23. April 2026 an der HAFL in Zollikofen und am 28. April 2026 am Strickhof.

Im April wurden zwei eintägige Workshops zur Parasitologie beim Rind durchgeführt. Nach einer Einführung in die Biologie und Pathogenese der wichtigsten Endoparasiten beim Rind stellte Andreas Öhm vom Institut für Parasitologie der Vetsuisse-Fakultät Zürich die derzeit eingesetzten diagnostischen Methoden vor. In einem weiteren Referat erklärte Tanja Schmid, Tierärztin bei Swissvets, wie das Parasitenmanagement in ihrer Praxis umgesetzt wird. Felix Heckendorn und Pamela Staehli vom FiBL ergänzten den theoretischen Teil mit Beiträgen zur Ökotoxizität von Antiparasitika, zu Anthelminthika-Resistenzen sowie zu einem nachhaltigen Parasitenmanagement bei Nutztieren. Während des praktischen Nachmittags konnten die Teilnehmenden verschiedene diagnostische Methoden kennenlernen und konkrete Fallbeispiele analysieren.

1. Ökotoxizität von Antiparasitika

Antiparasitika können erhebliche negative Auswirkungen auf Umwelt und Ökosysteme haben. Makrozyklische Laktone wie Ivermectin und Doramectin werden teilweise über den Kot ausgeschieden und schädigen dort Dungkäfer, Fliegenlarven sowie weitere Boden- und Wasserorganismen. Dies verlangsamt den Abbau der Exkremente und stört das ökologische Gleichgewicht auf Weiden.

Unterschiede in der Umweltbelastung der Wirkstoffgruppen hinsichtlich ihrer Toxizität:
Makrozyklische Laktone >> Benzimidazole > Levamisol

2. Empfehlungen zur Reduktion der Umweltbelastung

Zur Minimierung ökologischer Schäden werden folgende Massnahmen empfohlen:

3. Anthelminthika-Resistenzen

Resistenzen gegen Entwurmungsmittel sind seit über 40 Jahren bekannt und nehmen insbesondere bei gastrointestinalen Strongyliden stark zu. Diese Entwicklung stellt langfristig eine Bedrohung für Tiergesundheit und Produktivität dar, zumal die Entwicklung neuer Wirkstoffe nur langsam voranschreitet. Ursachen sind zu häufige oder unsachgemäße Behandlungen (Dosierungsfehler, ungeeignete Verabreichungswege) sowie ein hoher Selektionsdruck.

Ein zentrales Konzept ist das sogenannte „Refugium“: Dabei bleiben empfindliche Parasitenpopulationen in unbehandelten Tieren oder auf Weiden erhalten, um die Entstehung von Resistenzen zu verlangsamen. Dafür sollten mindestens 20 % der Tiere einer Herde nicht entwurmt werden.
 

4. Nachhaltiges und gezieltes Parasitenmanagement

Ein nachhaltiges Parasitenmanagement umfasst:

5. Diagnostik und gezielte Behandlung

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