Mykotoxine – Veronika Nagl (DSM – Firmenich)
Die Futter-Richtwerte orientieren sich am jeweiligen Toxin, markieren jedoch keine sichere Wirkungsschwelle. Insbesondere bei Mehrfachkontaminationen oder zusätzlichen Stressoren können bereits unterhalb dieser Richtwerte Effekte auftreten. Typisch ist eine Mehrfachkontamination des Futters mit verschiedenen Mykotoxinen. So enthielten 87% europäischer Maissilageproben mehr als fünf Mykotoxine. Die reale Exposition im Stall entspricht daher nur selten der Wirkung eines einzelnen Toxins.
Dominierende Toxine
Fusarium-Toxine (Entstehung durch feuchte, kühle Wuchsbedingungen bereits auf dem Feld):
Aspergillus und Penicillium-Toxine (unzureichende Trocknung, Kondenswasser oder mangelhafte Silierung):
Analyse von Futterproben
Wichtig ist Proben von mehreren Stellen zu nehmen und davon ein homogen Mischprobe einzuschicken. Die empfohlene Analytik mehrerer Toxine ist sehr teuer.
Analyse am Tier
Möglich, aber es existieren keine Referenzwerte für Blut-oder Gallenkonzentrationen, die eine Interpretation der Befunde erlauben.
Massnahmen
Aflatoxin und Ergotalalkaloide (Mutterkorn) werden gut mit Bindemitteln wie beispielsweise Bentonit adsorbiert.
Bei den anderen Mykotoxinen sind spezielle Mittel erforderlich, die die Toxine durch spezielle Verfahren umwandeln und ungiftig machen (Biotransformation).
Fazit: Falls ein Verdacht mit Mykotoxinen im Raum steht, dann ist die Analytik des Futters unumgänglich. Im Fall einer Mykotoxinbelastung orientiert sich die Wahl des «Mykotoxinbinders» an den vorhandenen Mykotoxinen im Futter.
Milchfieberprophylaxe (Walter Grünberg, Universität Giessen)
Das Erkennen der betriebsspezifischen Risikofaktoren, die zu «Milchfieber» prädisponieren, ist der Schlüssel zur Entwicklung eines auf den Betrieb zugeschnittenen Prophylaxekonzeptes. Die variable Ausprägung unterschiedlicher Risikofaktoren für Milchfieber auf verschiedenen Betrieben erklärt, warum es kein Prophylaxeverfahren gibt, das auf allen Betrieben mit ähnlich gutem Erfolg funktioniert.
Applikation von Rumenboli mit Vitamin D3-Glykosiden zur Prävention der Hypokalzämie bei Milchkühen (Mireille Meylan, Vetsuisse Bern)
Durch die orale Behandlung mit Rumenboli, welche die aktive Form von Vitamin D3 aus standardisierten Extrakten von S. glaucophyllum Blättern enthalten, 3–4 Tage vor erwartetem Abkalbungstermin konnte die Serum-Ca-Konzentration von multiparen Milchkühen über die kritischen ersten 48 Stunden post-partum und bis 3 Wochen in der Laktation im Normalbereich erhalten werden. Nebeneffekte wie das späte Auftreten von Gebärparese wurden nicht beobachtet. Diese neue therapeutische Möglichkeit stellt eine interessante Strategie für die Prävention der subklinischen Hypokalzämie bei mehrkalbigen Milchkühen dar. Eine genügende Ca-Zufuhr zum Zeitpunkt der Abkalbung ist allerdings die Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz von Vitamin D3-Boli.