Autoren: Wicaksono A., Edwardes F., Steeneveld W., van den Borne B.H.P., Pinho P., Randi F., Hogeveen H.
Titel: The economic effect of cow-based reproductive management programs with a systematic use of reproductive hormones
Zeitschrift: Journal of Dairy Science, Band 107, 2024 (Open Access, CC BY 4.0)
DOI: 10.3168/jds.2023-24109 [PIIS0022030224010762
Die in den Niederlanden durchgeführte Studie vergleicht die wirtschaftlichen Auswirkungen von vier Programmen zum Reproduktionsmanagement bei Milchkühen: ein Programm, das auf einer tierärztlichen Diagnose der Eierstockfunktion vor der Anwendung eines Hormonprotokolls basiert, sowie drei verschiedene Programme zur hormonellen Synchronisation.
Die erste Gruppe, die als „Standardgruppe“ bezeichnet wird, basiert auf einer individuellen tierärztlichen Diagnose, auf die im Falle von Eierstockstörungen ein Hormonprotokoll folgt. Nach einer freiwilligen Wartezeit von 65 Tagen werden die brünstigen Kühe besamt. Kühe im Anöstrus erhalten ein Vaginalimplantat gemäß dem PRIDSynch-Protokoll, Kühe mit einer Follikelzyste erhalten ein Ovsynch und Kühe im Dioöstrus eine PGF2α-Injektion.
Die drei folgenden Gruppen durchlaufen ein systematisch nach den Milchleistungstagen abgestuftes Programm, das zu einer geplanten künstlichen Besamung führt.
Die wichtigsten Ergebnisse zeigen, dass systematische Protokolle (insbesondere Double-Ovsynch für die erste Besamung, kombiniert mit anschließender Brunsterkennung (Gruppe FTAI + ED)) die Besamungsdauer optimieren, das Intervall zwischen den Abkalbungen verkürzen und die Zahl der Abgänge aufgrund von Unfruchtbarkeit verringern, was sich in einem Netto-Wirtschaftsgewinn auf Herdenebene niederschlägt.
Die Gruppe FTAI + ED wies die beste Produktion sowie den besten wirtschaftlichen Nettogewinn auf, was unterstreicht, dass die Brunsterkennungsrate einen starken Einfluss auf den Nettogewinn hat. Bei einer hohen Brunsterkennungsrate (z. B. mithilfe von Sensoren oder einem ausgezeichneten Management) ist der wirtschaftliche Vorteil bei sehr systematischen Ansätzen zur hormonellen Synchronisation geringer. Umgekehrt kann man bei einer schwachen Brunsterkennung einen interessanten Nutzen aus den systematischen Protokollen ziehen. Die Investition in Hormone wird durch eine bessere Produktion, eine größere Anzahl von Kälbern und weniger Ausmusterungen mehr als ausgeglichen. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die wirtschaftlichen Vorteile vom Grad der Brunsterkennung, den betrieblichen Gegebenheiten und gesellschaftlichen Überlegungen zum Einsatz von Hormonen abhängen.

Autorin: Véronique Schneider RGS